Orientierung durch feste Regeln und Grenzen

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In der heutigen Zeit kommen die Schüler häufig mit Konflikten, Streitigkeiten, Aggressionen
und Gewalt in Berührung. Unser Ziel ist es, ein angenehmes, positives Lernklima bzw. möglichst
konfliktfreies Klima im sozialen Umgang miteinander zu schaffen.

Was tun wir dafür:

Damit es uns gelingen kann, das oben genannte Ziel zu erreichen, haben wir für alle Beteiligten
verbindliche Klassen und Schulregeln aufgestellt. Wir haben uns auf die unserer Meinung nach
wichtigsten Regeln beschränkt, damit  sie für die Schüler überschaubar sind und ihnen das Einhalten
gelingen kann. Diese Regeln sollen den Schülern Sicherheit in ihrem Verhalten geben und sie zu einem
freundlichen, höflichen und sozial angemessenen Umgang mit ihren Mitmenschen führen. Als eine der
wichtigsten Regeln sehen wir „Unsere 3 goldenen Regeln“ an:

  1. Ich verhalte mich meinen Mitschülern und Lehrern gegenüber höflich, freundlich und hilfsbereit.
  2. Ich gehe leise, langsam und friedlich über den Flur.
  3. Ich gehe sorgsam mit allen Sachen um.

Wir achten darauf, die Schüler durch positive Verstärkung in ihrem Verhalten zu unterstützen.
Falls diese erzieherische Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg zeigt, ist es wichtig, dass die
Schüler Grenzen erfahren. Mit dem Einsatz der Verhaltensampel ( s.u.) möchten wir erreichen,
dass die Schüler ihr Fehlverhalten reflektieren sowie ihr Verhalten ändern können und wir somit
positiv auf die Erziehung der Kinder einwirken.

Einsatz der Verhaltensampel:

Jede Klasse besitzt eine Verhaltensampel aus Pappe mit vier Signalstufen
(grün, gelb, orange, rot). Zu Unterrichtsbeginn hängen alle Wäscheklammern, auf denen die Namen
der Kinder stehen, auf dem grünen Signal ganz unten. Der Grundgedanke ist, dass sich alle Kinder
an die Klassen- und Schulregeln zum respektvollen Umgang miteinander halten bzw. halten wollen,
weil sich dann alle wohlfühlen und gut lernen können. Die Rolle des störenden Außenseiters mögen 
Kinder nicht. Verstößt ein Kind gegen eine Verhaltensregel, setzt die Lehrerin/der Lehrer die
Wäscheklammer des betroffenen Kindes eine Stufe höher auf das gelbe Feld. Bei weiterem
Störverhalten wird die Klammer auf die orange bzw. rote Stufe gesetzt. Jeder Lehrer setzt die
Klammern mit Bedacht, aber die Konsequenzen sind für alle gleich.

Folgende Maßnahmen werden eingesetzt:

  • Grün => Lob
  • Gelb => Warnung
  • Orange => Einstündige Versetzung in die Parallelklasse (Das Kind muss vor der Klasse sagen, warum es in die Parallelklasse gekommen ist (Bsp: „Ich habe die Regeln missachtet!“)
  • Rot => Der Schüler besucht für den Rest des Tages und am nächsten Tag die Parallelklasse. Die Eltern erhalten eine schriftliche Benachrichtigung.

Das Kind bleibt auch am Folgetag auf dem roten Feld. Es kann sich jedoch durch eine störungsfreie
Stunde jeweils um eine Stufe nach unten arbeiten. Sollte das Kind dies nicht schaffen und
auf dem roten Feld verbleiben, besucht es wieder die Parallelklasse.

Kommt ein Kind mehrmals auf rot, wird es für einen Tag vom Unterricht ausgeschlossen. Um den Kindern Hilfen für eine Verhaltensänderung anzubieten, finden weitere erzieherische Gespräche statt.Bei sehr schwerwiegenden Verstößen muss das Kind sofort von der Schule abgeholt werden, die Eltern werden telefonisch benachrichtigt.

Ziele:

  1. „Opferschutz“
    Schülern und Lehrern soll ein störungsfreier Unterricht und ein sicherer, respektvoller Umgang miteinander ermöglicht werden.
  2. „Täterschutz“
    Wir sind davon überzeugt, auch den „Rabauken“ mit dieser Regelung einen Gefallen zu tun, denn häufig sind sie nicht wirklich Teil der Gemeinschaft, sondern nehmen eher eine Außenseiterrolle innerhalb der Klasse ein. Wir möchten, dass diese Kinder durch eine positive Verhaltensänderung wieder die Chance haben, Teil der Gemeinschaft zu werden und durch ihr gutes Benehmen besser durch das Leben zu kommen.
  3. Kinder sollen lernen, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.
  4. Durch frühes Unterbinden des Fehlverhaltens soll sich schlechtes Benehmen nicht verfestigen können.

Es geht hier nicht um Strafen, sondern um schnelles, direktes, konsequentes Handeln nach
Regelverstößen, welches vom gesamten Kollegium in der gleichen Weise erfolgt. Dies macht
die Sache für die Schüler überschaubar und kalkulierbar. Sie selbst sind verantwortlich
für ihr Handeln!

Wer sich gut benimmt, bleibt auf „grün“!

„Benehmen, das du ignorierst… ist Benehmen, das du erlaubst!“
(Jürgen Berger)

Weitere relevante Regeln für einen konfliktfreien und möglichst reibungslosen
Schulalltag:

Für ein gutes Schulklima war es uns wichtig, mit den Kindern Regeln zu vereinbaren, die es Kindern und Lehrern ermöglichen, sich im Schulalltag wohl zu fühlen. Die wichtigsten Regeln haben wir in unser Schulprogramm aufgenommen.
Im ersten Schuljahr beschränken wir uns auf eine Auswahl, die für die Kinder in der Klasse durch Piktogramme dargestellt werden.

- Die 3 goldenen Regeln
- Klassenregeln
- Pausenordnung
- Ordnung der Pausenspielgeräte
- Toilettenordnung
- Busordnung
- Regeln für die Gleichgewichtswippe
- Sportunterricht

 

Bei Verstoß gegen die vereinbarten Regeln können weitere Maßnahmen den Erziehungsprozess
unterstützen, das Schulgesetz sieht folgende Erziehungsmaßnahmen vor:

1. Erzieherische Einwirkungen

Unter Berücksichtigung erzieherischer Grundsätze soll der Lehrer/ die Lehrerin in eigener
Verantwortung das Erziehungsmittel wählen, welches der jeweiligen Situation sowie dem Alter
und Persönlichkeit des Schülers am ehesten entspricht.

Zu den erzieherischen Einwirkungen gehören insbesondere:

  • das erzieherische Gespräch
  • die Ermahnung
  • Gruppengespräche mit Schülern, Schülerinnen und Eltern
  • mündliche oder schriftliche Missbilligung des Fehlverhaltens
  • Ausschluss von der laufenden Unterrichtsstunde
  • die zeitweise Wegnahme von Gegenständen
  • bei wiederholtem Fehlverhalten eine schriftliche Information der Eltern

(s. Bass § 53)

2. Ordnungsmaßnahmen

Die Anwendung von Ordnungsmaßnahmen kommt erst in Betracht, wenn andere erzieherische
Einwirkungen nicht ausreichen ( § 26a Abs. 2 Satz I SchVG.)
Ordnungsmaßnahmen dienen der Gewährleistung einer geordneten Unterrichts- und Erziehungsarbeit
der Schule sowie dem Schutz von beteiligten Personen und Sachen. Sie können u.a. angewandt
werden bei Pflichtverletzung durch Schüler/innen, insbesondere bei Störung des Unterrichts oder
sonstiger Schulveranstaltungen und bei Verletzung der Teilnahmepflicht.

Folgende Ordnungsmaßnahmen können angewandt werden:

  1. der schriftliche Verweis (§ 16)
  2. die Überweisung (Querversetzung) in eine parallele Klasse oder Lerngruppe (befristet oder unbefristet) (§ 17)
  3. der vorübergehende Ausschluss vom Unterricht von einem Tag bis zu zwei Wochen und von sonstigen Schulveranstaltungen (§ 18)
  4. die Androhung der Entlassung von der Schule (§ 19 Abs. I)
  5. die Entlassung von der Schule (§ 19)

(siehe auch ASchO v. 8.11.1978, BASS 2008/2009, 12-01, Nr. 2 und SchVG vom 18.01.1985
BASS 2008/2009, 1-2)