Aufgeklärter Medienkonsum

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„Die elektronische Informations- und Kommunikationstechnologien sind ebenso wie die traditionellen Medien Hilfsmittel des Lernens und Gegenstand des Unterrichts. Der Unterricht der Grundschule vermittelt den Kindern eine Orientierung über wichtige Informationsmöglichkeiten und leitet sie an, vorhandene Informations- und Kommunikationsmedien sinnvoll zu nutzen. Indem die Medien selbst zum Gegenstand der Arbeit im Unterricht werden, erfahren die Schülerinnen und Schüler Möglichkeiten und Beschränkungen einer durch Medien geprägten Lebenswirklichkeit. Die systematische Arbeit mit Medien trägt dazu bei, die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln.“ (Richtlinien für die Grundschule in NRW 2008, S. 15)

„Die Entwicklung der Medien und die neueren Erkenntnisse zur Wirkungsforschung haben in den
gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendmedienschutz bisher nicht hinreichend Berücksichtigung
gefunden. Umso mehr ist die Medienpädagogik gefragt. Grundlagen aller medienpädagogischer
Bemühungen muss es sein, Medienkompetenz […] als Teil sozialer und kultureller Kompetenzen zu
sehen, weil diese Fähigkeiten gleichermaßen an der Subjektwerdung und dem Identitätsprozess
beteiligt sind. Medienerziehung, die zu einem selbstbewussten und genussbereiten, reflektierenden
und entscheidungsfähigen Umgang mit Medien führt, bietet die denkbar beste Form präventiven
Jugendmedienschutzes.“ (Mikos, Lothar: Medienkompetenz als präventiver Jugendschutz in: Baacke, Dieter et al.: Handbuch Medien: Medienkompetenz, Bundeszentrale für politische Bildung, 1999.)

Was wollen wir?
Wir möchten, dass die Schülerinnen und Schüler kompetent und kritisch mit verschiedenen Medien
umgehen. Sie sollen über mögliche Gefahren neuer Medien informiert und über den sinnvollen
Umgang mit Medien aufgeklärt werden. Auf der Grundlage dieses Wissens möchten wir die Schüler
zudem zu einem angemessenen Medienkonsum auch in ihrer privaten Zeit anhalten.

Die Eltern sollen ihre Kinder zu Hause beim Medienkonsum begleiten und sie zu kritischem Umgang
anhalten. Eine zeitliche Begrenzung für den privaten Medienkonsum ist pädagogisch sinnvoll.


Was tun wir dafür?
Wir bieten verschiedene Räume und Möglichkeiten für die Nutzung neuer Medien (PC). In den Klassenräumen der 1. Jahrgänge befindet sich ein Computer mit dem Programm Lernwerkstatt. In den
Klassenräumen des 2. Jahrgangs steht jeweils ein PC, der auch Internetanschluss hat, wobei die Schüler aber nur auf ausgewählte Internetseiten zugreifen können.
Es steht ein PC-Raum mit 16 Rechnern zur Verfügung. Folgende Programme lernen unsere Schüler
an den Computern in den Klassenräumen und im PC-Raum kennen: antolin (Leseprogramm), Lernwerkstatt 8 und ein Textverarbeitungsprogramm.
Wir informieren die Kinder über Gefahren im Internet (chatrooms, soziale Netzwerke).
Auch die Eltern werden an Elternabenden über den sinnvollen Umgang mit dem Fernseher, PC,
Spielkonsolen und anderen elektronischen Spielzeugen informiert und zu einem maßvollen Medienkonsum
angehalten.
Das schulinterne Medienkonzept regelt die Einhaltung der verbindlichen Kriterien.

Medienkonzept
Technische Voraussetzungen an der Kilian-Grundschule:

  • In den Klassen 1 und 2 ist in jedem Klassenraum ein funktionstüchtiger Computer vorhanden, der im Unterricht genutzt werden kann. Die dritten und vierten Klassen nutzen den Computerraum im Obergeschoss.
  • Ein Computerraum mit 16 funktionstüchtigen Computern (d.h. ein Computer/2 Schüler) steht den Klassen zur Verfügung.
  • Alle Computer verfügen über:
    1. Internetanschluss
    2. Textverarbeitungsprogramm(Microsoft Word)
    3. Bildbearbeitungsprogramm(Paint)
    4. Lernwerkstatt 8
  • Im Laufe der 2. Klasse erhalten zusätzlich alle Schüler einen Zugang für das Leseprogramm „antolin“.
  • Die Schule verfügt über eine schuleigene Homepage, die auch im Unterricht genutzt werden kann.
  • Ab Klasse 3 erhalten die Schüler eine Stunde Computerunterricht pro Woche, in der die geforderten Fähigkeiten des Minimalkonsens (s. Anlage) von einer qualifizierten Lehrkraft vermittelt werden.


Der Minimalkonsens der Kilian-Grundschule beruht auf den Lehrplänen des Landes NRW. Dabei stehen die Lehrpläne der Fächer Sachunterricht und Deutsch im Vordergrund. Die Arbeitspläne werden daher entweder in diesen Fächer umgesetzt oder in der freien Arbeit behandelt. Sollten die organisatorischen Gründe es zulassen, erhalten die Klassen im Durchlauf der Grundschulzeit in jeweils 2 Schulhalbjahren (1 Halbjahr in Klasse 3 und 1 Halbjahr in Klasse 4) zusätzlich 1 Stunde Computerunterricht pro Woche.

 

Arbeitsplan der Klasse 1/2
Minimalkonsens der Kilian-Grundschule

  • An- und Ausschalten des Computers
  • Selbstständiges An-und Abmelden mit Benutzername und Passwort
  • Programme starten (Lernwerkstatt)
  • Kennenlernen der Tastatur: Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen, Leertaste, Entertaste, Löschtasten, Pfeiltasten
  • Mausbedienung: Linke Maustaste, rechte Maustaste, Klick, Doppelklick
  • Schreiben eigener Texte
  • Die Software „“Lernwerkstatt“ kennenlernen, an-/abmelden, Klasse/Namen/Übung auswählen

Anforderungen im Lehrplan
Die Schülerinnen und Schüler

  • „schreiben und gestalten eigene Geschichten unter  Nutzung vorhandener Medien“
  • „arbeiten am PC mit Textverarbeitungs-, Lern- und Übungsprogrammen)“ / „können den PC als Schreibwerkzeug nutzen“
  • Setzen einfache Layouts für Textgestaltungen ein.

(Vgl. Lehrplan NRW 2008: Sachunterricht/Zeit und Kultur, S.50 / Deutsch/über Schreibfertigkeiten verfügen, S. 29 / Kunst/Erproben von Materialien, Techniken und Werkzeugen, S. 107)

 

Arbeitsplan der Klasse 3/4
Minimalkonsens der Kilian-Grundschule

  • Eigene Texte selbstständig schreiben
  • Texte gestalten
  • Bilder bearbeiten
  • Texte und Bilder kombinieren
  • Das Internet als Informationsquelle kennen: Internetadressen eingeben/Suchmaschinen für Kinder zur konkreten thematischen Recherche nutzen
  • Sicherheitsfragen bedenken

Anforderungen im Lehrplan
Die Schülerinnen und Schüler

  • „recherchieren mit/in Medien und nutzen die Informationen […].“
  • „nutzen Gestaltungs- und Überarbeitungsmöglichkeiten […] neuer Medien.“
  • „untersuchen kritisch Angebote der […] Informationsmedien und begründen Regeln zum sinnvollen Umgang mit ihnen.“
  • „Nutzen Layouts im Schreibprogramm des Computers für eigene Arbeiten.“

(Vgl. Lehrplan NRW 2008: Sachunterricht/Zeit und Kultur, S.50 / Deutsch/über Schreibfertigkeiten verfügen, S. 29 Kunst/Erproben von Materialien, Techniken und Werkzeugen, S. 107 )

 

Baustein 1: Bedienung des Computers und seiner Peripherie (Klasse1/2)
Kompetenzen:
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • den Computer ein- und ausschalten können.
  • den Bildschirm ein- und ausschalten können.
  • bei Fehlfunktionen wichtige Anschlüsse prüfen können.
  • sich am Computer an- und abmelden können.
  • wichtige Teile der Tastatur und die Maus bedienen können.
  • Dokumente auf dem Desktop öffnen und schließen können.

 

Baustein 2: Grundlagen der Texterstellung und –bearbeitung  (Klasse 2/3)
Kompetenzen:
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • ein Dokument öffnen, speichern und schließen können.
  • Wörter mit der Leertaste trennen können.
  • Groß- und Kleinschreibung vornehmen können.
  • Zeichen löschen können.
  • Satzzeichen setzen können.
  • Lückentexte ausfüllen können.

 

Baustein 3: Grundlagen der Textformatierung (Klasse 3/4)
Kompetenzen:
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • Wörter und Textabschnitte markieren können.
  • Wörter und Textabschnitte formatieren können (Schriftart, Schriftgröße, Schriftschnitte, Schriftfarbe, Unterstreichung).
  • vorgenommene Formatierungen wieder rückgängig machen können.

 

Baustein 4: Aufbau von Hypertexten und Navigation (Klasse 3/4)
Kompetenzen:
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • den prinzipiellen Aufbau von Hypertexten und Hypermedien verstehen.
  • verschiedene Möglichkeiten nutzen können, um sich in einem Hypertext / Hypermedium zu bewegen.

 

Baustein 5: Informationssuche im Internet  (Klasse 3/4)
Kompetenzen:
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • Wissen und Fertigkeiten zu Hypertexten festigen.
  • grundsätzliche Bedienmöglichkeiten einer Suchmaschine kennen und anwenden können.
  • Informationen mit einer Suchmaschine suchen, bewerten, auswählen und für die weitere Verarbeitung festhalten können.


Zusätzlich wird die Bearbeitung der Internetseite „internetabc.de“ empfohlen.

(Für weitere Informationen:  http://www.internet-abc.de/eltern/unterrichten.php)

Minimalkonsens Neue Medien – Kreis Paderborn
(Quelle: http://www.kreis-paderborn.de/kmz/e_team/minikon.htm, 29.04.2010)

Außerschulische Lernorte
In Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum b.i.b. in Paderborn findet folgendes Projekt statt: Die Studierenden müssen im Rahmen einer Semesterarbeit Lernspiele programmieren. Unsere Schülerinnen und Schüler geben eine Liste von für sie interessanten Themen aus den verschiedenen Unterrichtsfächern vor. Die Studierenden programmieren dazu Lernspiele. Unsere Schülerinnen und Schüler fahren einen Tag ins b.i.b. und testen die Spiele, dazu füllen sie einen Evalutionsbogen aus. Aufgrund dieser Rückmeldung werden die Spiele überarbeitet und uns abschließend auf CD zur Verfügung gestellt.


Kooperation mit Kreisjugendamt und Hein-Knack-Theater
Im Sinne des präventiven Jugendmedienschutzes bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern die Teilnahme am Theaterstück „Herr Flimmermann“ an. Das Stück richtet sich an Grundschüler und zieht diese aktiv in das Geschehen mit ein. Dabei werden die Kinder für die Themen Medienkonsum und Realität bei Fernsehgeschichten sensibilisiert. Das Projekt wird vom Kreis Paderborn finanziert und mit sozialpädagogischen Mitarbeitern des Kreisjugendamtes vorbereitet.


Anmerkungen April 2013
Zukünftige Ausstattung der Klassenräume:
Unser Ziel ist es, die veralteten Computer durch moderne Laptops zu ersetzen. Sobald der Schulhaushalt von der Stadt Lichtenau bekannt gegeben worden ist, werden die Klassenräume mit neuen Computern ausgestattet.